Rituale und Übergänge

Unser Alltag ist voll von Ritualen, nur erkennen wir sie nicht immer als solche. Gerade in wichtigen Lebensübergängen unterstützen sie uns darin, bestehende Muster und schwere oder unfreie Gefühle zu erkennen und loszulassen. Dadurch kann Altes wirklich abgeschlossen und Platz für Neues geschaffen werden. Aus eben diesen Gründen sind Rituale auch für Kinder über das Strukturgebende hinaus von Bedeutung: Sie wirken begleitend und unterstützend in den einzelnen Schritten deren Entwicklung, die dadurch bewusster und demnach freier erlebt werden.

Bedeutungsvolle Lebensübergänge beinhalten die Ankunft (Schwangerschaft, Geburt und Taufe), Initiationen (beispielsweise den Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen) und den Abschied, wozu auch das Sterben gehört. Übergänge zeigen sich aber auch in weitaus weniger augenfälligen Situationen (wobei die Wirkung nicht notwendigerweise gering ausfallen muss). Es handelt sich beispielsweise um einen Ortswechsel oder den Bezug eines neuen Heims, die Auflösung einer Partnerschaft, der Auszug der Kinder, ein Jobwechsel oder die Pensionierung. Ebenso bildet die Verarbeitung eines Mobbingvorfalls, einer Operation wie auch eines Unfalls einen Übergang.

Rituale unterstützen uns darin, mit einer Situation und – noch weitaus wichtiger – den dazugehörigen Gefühlen in Frieden zu kommen. Zugleich werden die intuitiven und kreativen Fähigkeiten trainiert und ein grösseres Verständnis für die Mechanismen im eigenen Unbewussten entwickelt. 

Informieren Sie sich über die Gestaltung Ihres persönlichen Rituals wie auch über bewährte Ansätze.

Rituale und Wissenschaft

Der Schamanismus, welcher über unsere keltischen und germanischen Vorfahren auch zu unseren Wurzeln gehört, setzt als Jahrtausende altes Heilsystem auf die Wichtigkeit von Ritualen und Übergängen. Erst in der vergleichsweise jungen Vergangenheit hat Carl Gustav Jung als erster geisteswissenschaftlicher Forscher neben Rudolf Steiner die bildhafte Sprache und die Symbole des Unbewussten erforscht – beides zentrale Elemente der Rituale.

In den letzten Jahrzehnten wurden Hunderte therapeutische Techniken entwickelt, deren Wirksamkeit nachgewiesen wurde. Alle fokussieren darauf, die Psyche von gesundheitsschädigenden Mustern zu befreien und durch stärkende Muster zu ersetzen. Jedes Muster entspricht einer spezifischen Einstellung; so ist beispielsweise in der Opferrolle die Einstellung zum Leben weder fürsorglich noch optimistisch. Für die psychische Gesundheit ist es demnach entscheidend, welche Einstellungen, Überzeugungen, Gedanken und Erwartungen aktiv sind. In diesem Zusammenhang hat sich in der Forschung klar gezeigt, wie wichtig es ist, die unbewussten Prozesse zu erreichen und zu beeinflussen - hier kommt die Wichtigkeit von Ritualen zum Tragen. Denn diese schaffen sinnenhaft erfahrbare Brücken zum Unbewussten. So muss das Erlebte nicht übersetzt werden, sondern es setzt direkt die lösungsbringenden Prozesse in Gange.

Referenzen

«Ich bin erstaunlich relaxt im Flugzeug gewesen ...»
A.K. aus Nänikon

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